Modellbahnsteuerung Railware

Neueste Meldung von der Messe in Dortmund: Herr Hinz war dort und hat mitgeteilt dass er einen Programmiererjob angenommen hat und Frau Hinz wird Railware abwickeln, das ist dann jetzt wirklich einfaches Denken

Ja, es musste so kommen. Dies ist mein Bericht, um meine Entwicklung bei der digitalen Modellbahnsteuerung Railware zu verdeutlichen.

Railware wirbt damit, dass einfaches Denken genügt, um die Software zu bedienen. 2005, als ich auf der Suche nach einem Programm war, leuchtete das auch mit der 3er-Version ein. Einfach ein Gleisbild zeichnen, eine Lok einfügen und schon läuft die Kiste in der Simulation. Also habe ich mich für dieses Programm entschieden. Im Forum auf der Railware-Seite erhielt ich die notwendigen Infos, es wurde eine Probeanlage gebaut. Railware konnte ich ausprobieren und habe mich über die geniale Steuerung gefreut.

Das Programm gibt für einen Anfänger sehr viel her. Also habe ich bei Herrn Hinz eine Schulung besucht (Kosten über 200 Euro). Diese fand im MiWuLa in Hamburg statt. Es wurde sehr viel beigebracht, immer mit den Hinweisen auf zukünftige Veränderungen verknüpft. Gerüstet mit dem grundlegenden Verständnis zum Programm habe ich meine Anlage geplant und habe sie auch bis jetzt bereits teilweise realisiert. Es kamen in der Praxis zur Steuerung weitere Fragen auf, die ich in einem Fortgeschrittenen-Seminar 2 Jahre später  für knapp 300 Euro beantwortet haben wollte. Auf der Agenda waren die Punkte, die mich interessierten.

Vorweg muss ich noch anmerken, dass das Railware-Forum auf der RW-Seite scheinbar gehackt wurde und neu eingerichtet wurde. Damit ging die Übersichtlichkeit verloren. Herr Hönel hat ein zweites Forum gegründet, das wesentlich effektiver ist. Dazu später mehr. Im Hinzschen Forum war immer nur der Kunde schuld, wobei das auch meistens stimmte. Nur wie soll ein Kunde seine Fehler erkennen, wenn die Dokumentation nicht aussagekräftig ist? Also habe ich in diesem Forum rebelliert, schließlich soll doch der Kunde zufrieden sein. Herrn Hinz war das wohl völlig egal, schließlich bezeichnet er sich selbst als "Master of Desaster", wobei diese Ehrlichkeit schon wieder beängstigend ist. Er weiß also schon, wie er wirkt.

Bei diesem Seminar in Hannover war ich in die Anfängergruppe eingegliedert, weil sich offensichtlich keine weiteren "Fortgeschrittenen" mehr angemeldet hatten. Das Geld wurde genommen, die Leistung aber nur teilweise erbracht. Gebracht hat mir das Seminar nicht viel, zumal hier wieder Werbung für neue Veränderungen im Programm gemacht wurde. Eine Seminardokumentation gab es auch nicht, nur lose Blätter mit viel "bunt". Da ich selbst mit Erwachsenenbildung zu tun habe, standen mir bei diesem Hannover-Seminar die Haare zu Berge. Abends habe ich Herrn Hinz vorgeschlagen, dass wir hier in Norddeutschland gerne eigene Schulungen durchführen würden. Mehr dazu steht hier und hier. Wir, die Digitalbahner Bremen Umland, haben uns im Forum kennengelernt und gemeinsam digital weiterentwickelt.

In den Vorbereitungen zu den einzelnen Seminaren bin ich zu Herrn Hinz gefahren und habe die Inhalte abgesprochen. Wir haben für jedes Seminar eine Dokumentation erstellt, die ich ihm zur Durchsicht überlassen habe. Soweit war das aus meiner Sicht auch alles ok. Beim vorletzten Seminar kam 1 Woche vor Seminarbeginn ein neues Update, so dass wir mit unseren Vorbereitungen nicht mehr ganz so aktuell waren. Das letzte Seminar konnten wir nicht wie geplant 2010 veranstalten, weil die Umstellung auf Version 7 anstand und dort die Signale anders angesteuert werden sollten. Prompt kam dann 3 Wochen vor Seminarbeginn (Signalseminar) ein neues Build heraus, dass wiederum andere Grundlagen besitzt als die Version, die Grundlage unseres Seminars ist. Außerdem hatte Herr Hinz auf seiner Seite schon vor Monaten genau 1 Woche vor uns ein Seminar angeboten, das sich mit der Signalsteuerung beschäftigt.

Sinn unserer Seminare ist, dass sich die Teilnehmer auf ihrem Laptop mit dem Thema im Railware-Programm beschäftigen. Wir haben eine Vorführanlage gebaut, um die Auswirkungen der Programmierung zu zeigen. Das ist bei den Teilnehmern angekommen. Wir haben immer mehr als 15 Teilnehmer gehabt, die Kosten inklusive Verpflegung liegen bei 50 Euro, nur einmal haben wir 5 Euro für eine umfangreiche Dokumentation extra verlangt. Herr Hinz war beim ersten Seminar sehr erstaunt, dass die Teilnehmer ihren Laptop mitbringen und "Übungen" machen. Genau das aber ist aus meiner Sicht die Stärke unserer Seminare.

Mit der Version 4, der Versionen 5, 6 und jetzt 7 habe ich eine lange Entwicklung von Railware miterlebt. Dabei blieben immer mal wieder kleine Fehler erhalten, die nicht beseitigt wurden. Selbst die von Herrn Hinz ungeliebten "Hilfsautomatiken", mit denen man bestehender Fehler im Programm umgehen konnte, wurden dann so verändert, dass diese Hilfsautomatiken nicht richtig funktionierten. Ich selbst habe erlebt, wie lange es dauerte, bis ein bekannter Fehler durch ein update beseitigt wurde. Das waren auch schon mal Monate. Wenn jemand eine Anlage aber nicht steuern kann, weil so ein Fehler vorliegt, der sucht natürlich Wege, wie er diese Fehler umgehen kann. Also gab es Anlagen, da waren mehrere hundert Hilfsautomatiken eingerichtet. Diese betrafen auch die Zugsteuerung.

Wenn Herr Hinz sich schon mal direkt um ein Problem gekümmert hat (e-Mails mit Fragen zum Programm wurden meistens ignoriert), dann stellte er mit zunehmender Erstehung von Version 7 fest, dass diese Hilfsautomatiken teilweise seine Programmierung blockierten. Wurde diese Hilfsautomatik gelöscht, dann funktionierte das Programm. Also wurde eine entsprechende Sperre eingebaut, um solche Beeinflussungen auszuschließen. Das Programm wird einfach beendet, wenn eine Hilfsautomatik stört. Irgendwo hat sich der "Master of Desaster" beschwert über diese "Unsitte Hilfsautomatiken", aus meiner Sicht war er selbst der Urheber aufgrund der Unterlassung eines funktionsfähigen Programms. Die Anwender wollten mit den Hilfsautomatiken nur das erreichen, was das Programm versprochen und nicht erfüllt hat.

Zwischendurch wurden weitere Features angekündigt, die zumindest den vorgegebenen Zeitrahmen völlig sprengten. Mir ist noch in Erinnerung, dass für eine neue Version die Tage zurück gezählt wurden. Am Tag 0, als die Version erscheinen sollte, verschwand nur der Zähler. Da ich selbst von meinen Kunden lebe, weiß ich, wie Kundendienst funktioniert. Genau das hat mich dann letztendlich auch zu der Erkenntnis gebracht, dass sich an dem System Railware nichts ändert. Kompetente Hilfe erhalte ich im Hönel-Forum, dort werden die Unstimmigkeiten des Programms schnell aufgedeckt, die Dokumentation auf der Railware-Seite ist nicht vollständig und es werden Fehler im Programm einfach übergangen (z.B. DKW-Symbol und Ansteuerung). Da mühen sich die weniger Geübten mit den Versprechungen zum Programm ab und dann stellt sich im Forum heraus, dass z. B. die Steuerung mit der CS 2 nur unter bestimmten Voraussetzungen funktionert.

Für mich ist das Thema Railware abgeschlossen. Ich bin nicht mehr bereit, mich der Willkür eines Programmiers auszusetzen. Ich bin auch nicht mehr bereit, mich in die Gedanken des Programmierers zu versetzen, um das "einfache Denken" zu verfolgen. Wenn ich nicht weiß, welche Bedingungen vorgegeben sind (z.B. die Signalsteuerung; Vorsignal, Parallelsignal), kann ich das Programm nicht benutzen. Ohne vernünftige Dokumentation sind die Grundlagen zum Bedienen des Programms nicht gegeben. Wenn ich zudem seit 3 Monaten warten musste, dass bekannte Fehler beseitigt werden um das Programm so zu verändern, wie es in der Werbung angekündigt wurde, dann hat das mit "ist üblich" nichts mehr zu tun.

Stand 18.01.2012